Arbeitsplatz gestalten mit Vastu: Wie dein Raum dich unterstützen kann
Arbeitsplatz gestalten mit Vastu: Warum dir nicht Disziplin fehlt, sondern ein Raum, der dich unterstützt
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Du setzt dich an den Schreibtisch. Der Plan ist klar, die Aufgabe auch. Und trotzdem springst du zwischen Tabs, Gedanken und halbfertigen Dingen hin und her. Am Abend fragst du dich, warum du wieder nicht ins Tun gekommen bist.
Die naheliegende Antwort lautet: mehr Disziplin. Doch vielleicht stellst du die falsche Frage. Vielleicht geht es gar nicht darum, was du tust, sondern darum, wo du es tust.
Wir verbringen den Großteil unseres Lebens in Räumen. Und wir fragen uns erstaunlich selten, was diese Räume mit uns machen. Die Vastu-Architektin Kim Sabine Eichhorn sagt dazu einen Satz, der hängen bleibt: Viele glauben, sie bräuchten mehr Disziplin, dabei brauchen sie manchmal einfach inneren Raum, der nicht permanent am Nervensystem zieht.
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Inhalt
» Der Raum als stiller Helfer
» Wo dein Schreibtisch stehen will
» Was deine unterschiedlichen Rollen brauchen
» Bewusst beginnen, bewusst beenden
» Vata, Pitta, Kapha: Dein Raum, deine Natur
» Ordnung ist kein Disziplinthema
Der Raum als stiller Helfer
Vastu ist die vedische Lehre vom Raum, die Schwesterwissenschaft des Ayurveda. Beide beruhen auf denselben fünf Elementen und auf demselben Verständnis: Makrokosmos und Mikrokosmos spiegeln sich ineinander. Was für das Grundstück gilt, gilt auch für das Haus, für den einzelnen Raum und für deinen Schreibtisch.
Ayurveda schaut auf deine Konstitution und darauf, was dich nährt. Vastu schaut auf den Raum, der dich umgibt. Kim nennt ihn deinen zweiten Körper. Der Unterschied liegt darin, dass du den Raum einmal bewusst einrichtest, und dann trägt er dich, Tag für Tag, ohne dass du ständig daran denken musst.
Die Frage ist also nicht nur, ob ein Raum schön ist. Die Frage ist, was er bewirkt. Fühlst du dich klar oder überreizt? Kommst du ins Handeln, oder bleibst du im Kopf stecken?
Wo dein Schreibtisch stehen will
Die meisten denken zuerst an die Blickrichtung. Die ist wichtig: Norden und Osten sind nach Vastu fast immer gute Richtungen, aus denen dir Energie entgegenkommt. Der Osten unterstützt alles, was mit Wissen und Weitergeben zu tun hat. Der Norden steht für Klarheit, Struktur und Erfolg.
Noch wichtiger ist aber, wo der Schreibtisch steht. Idealerweise liegt er im Südwesten des Raumes. Dort lässt sich das Erdelement nieder, und Erde schenkt, was vielen im Arbeitsalltag fehlt: Stabilität. Wer berät, begleitet oder lehrt, braucht genau das. Du musst der Fels in der Brandung sein können, für andere und für dich selbst.
Zwei weitere Grundregeln spürst du sofort, wenn du darauf achtest. Erstens: Hab die Tür im Blick, nicht im Rücken. Das gibt deinem Nervensystem Sicherheit, und Sicherheit ist die Voraussetzung für Fokus. Zweitens: Halte das Zentrum des Raumes frei. Im Vastu heißt es Brahmasthan. Dort strömt die Energie ein, aus der die Elemente entstehen. Je leerer diese Mitte, desto klarer der Raum.
Was deine unterschiedlichen Rollen brauchen
Einer der häufigsten Fehler ist so unscheinbar, dass er kaum auffällt. Wir setzen uns an den Schreibtisch und arbeiten. Doch was genau tun wir dort eigentlich?
Wenn du selbstständig bist, sitzt an deinem Schreibtisch nicht eine Person. Dort sitzen fünf Rollen, vielleicht sechs oder sieben: die Buchhalterin, die Beraterin, die Autorin, die Technikerin, die Strategin. Jede dieser Tätigkeiten braucht eine andere Qualität. Die Buchhaltung will einen scharfen, klaren Geist. Die Beratung will Erdung und Ruhe. Das Schreiben will Weite.
Kim bringt es auf den Punkt: Wenn du diese Rollen nicht trennst, trennt sie dein Nervensystem für dich. Und das ist anstrengend. Der erste Schritt ist deshalb kein Möbelrücken, sondern Beobachtung. Schreib eine Woche lang auf, was du wirklich tust. Nicht „Projekt XY“, sondern die einzelnen Tätigkeiten dahinter. Schon dieses Bewusstsein verändert, wie du arbeitest.
Manchmal reicht dann schon eine kleine Veränderung. Ein Tisch, dessen eine Seite nach Norden und die andere nach Osten zeigt. Ein Ortswechsel für die Buchhaltung. Ein gedrehter Stuhl, und plötzlich schreibt sich ein Text leichter.
Bewusst beginnen, bewusst beenden
Dein Körper kann von einer Aufgabe in die nächste springen. Dein Geist kann das nicht so schnell. Er braucht einen Moment, um nachzukommen.
Deshalb gehören zu einem Arbeitsraum nach Vastu Anker, also kleine, bewusst gesetzte Zeichen für Anfang, Ende und Übergang. Bei Kim ist es eine Kerze im Südosten, wo das Feuerelement wirkt. Sie zündet sie an, bevor sie sich an den Schreibtisch setzt, und löscht sie, wenn die Arbeit getan ist. Und weil ihr Blick immer wieder dorthin wandert, erinnert die Flamme sie zwischendurch daran, kurz durchzuatmen, bevor sie die nächste Aufgabe beginnt.
Ein Anker muss nichts Spirituelles sein. Ein Bild, eine Karte, ein Gegenstand, der dir Freude macht, genügt. Entscheidend ist, dass du ihn bewusst gesetzt hast. Dann wird er zum Signal: Jetzt schließe ich ab. Jetzt beginnt etwas Neues.
Vata, Pitta, Kapha: Dein Raum, deine Natur
Hier wird die Verbindung zum Ayurveda besonders greifbar. Denn so wie dieselbe Mahlzeit nicht jedem guttut, wirkt auch derselbe Raum unterschiedlich auf unterschiedliche Menschen.
Vata-Menschen haben ihre Fühler in viele Richtungen ausgestreckt. Sie profitieren von Erdung, wenig Reizen, klaren Plätzen, warmem Licht und warmen Farben. Und von Ritualen: Der bewusste Start und Stopp ist für Vata fast wie Medizin.
Pitta braucht Struktur, aber ohne Härte. Ordnung ja, aber nicht als Druckkochtopf. Dazu frische Luft, die Möglichkeit zu lüften und einen Blick in die Weite, der kühlt und beruhigt, gerade wenn der innere Leistungsdruck steigt.
Kapha darf es gemütlich haben, braucht aber auch Impulse, die in Bewegung bringen. Eine dunkle, erdige Wand, die Vata beruhigt, wäre für Kapha zu schwer. Ein wenig Glas, Leichtigkeit und Helligkeit schaffen hier das Gegengewicht.
Das Prinzip ist dasselbe wie im Ayurveda: Gleiches verstärkt Gleiches, Gegensätzliches schafft Ausgleich. Wer seine Urnatur kennt, kann auch seinen Raum danach gestalten.
Ordnung ist kein Disziplinthema
Vielleicht zieht sich bei dem Wort Ordnung innerlich etwas zusammen. Zu oft haben wir es als Pflicht gelernt. Kim sieht es anders: Ordnung ist ein Wahrnehmungsthema. Wenn du spürst, was dich stört und was dich unterstützt, hältst du Ordnung nicht mehr, weil du musst. Du hältst sie, weil es dir guttut.
Und hier schließt sich der Kreis zu deinem Business. Wer sich an seinem Platz sicher und getragen fühlt, wirkt auch nach außen anders. Ruhiger. Klarer. Präsenter. Es geht nicht darum, jemand anderes zu werden. Es geht darum, einen Raum zu schaffen, in dem du mit Leichtigkeit du selbst sein kannst. Genau diese Echtheit spüren die Menschen, mit denen du arbeitest.
Mehr zu Kim Sabine Eichhorn – Architektin und Vastu-Expertin
Möchtest du deinen eigenen Raum nach Vastu verstehen? Kim Sabine Eichhorn bietet mit der Raumsprechstunde einen offenen Raum für dein persönliches Raumthema, egal ob Homeoffice, Praxis oder Neubau. Mehr über Kim, ihre Beratung und die Vastu-Akademie findest du auf www.studioraumbewusstsein.de.









