Dein Angebot erklären – die 6 Ebenen deiner Botschaft
Dein Angebot erklären – die 6 Ebenen deiner Botschaft
„Ich mach ja so vieles – wie soll ich das nur erklären?“ Diesen Satz höre ich oft von Frauen, die richtig gut sind in dem, was sie tun – und trotzdem ins Stocken geraten, sobald sie es in Worte fassen sollen. Auf der Website, in einem Beitrag oder beim Netzwerktreffen.
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Inhalt
» Warum es so schwer ist zu entscheiden, womit du beginnst
» Die zwei Seiten deiner Botschaft
» Die 6 Ebenen im Überblick
» Deine Kundin will kein Werkzeug auswählen
» Wie ich selbst sortiere: zwei Welten, eine Haltung
» Selbst-Check: So kannst du starten
Warum es so schwer ist zu entscheiden, womit du beginnst
Als Unternehmerin hast du unglaublich viel zu erzählen. Du hast Methoden, mit denen du arbeitest. Ausbildungen, die du mitbringst. Einen ganz eigenen Weg, der dich dorthin geführt hat, wo du heute stehst. Du hast Überzeugungen und Werte, Kundinnen, die du erreichen möchtest, und Erfolge, die du mit ihnen erlebt hast.
All das ist wahr. All das gehört zu dir. Und genau deshalb fällt es so schwer, etwas davon wegzulassen. Es fühlt sich an, als würdest du einen Teil von dir verschweigen.
Das Problem ist nur: Dein Gegenüber kann nicht alles auf einmal aufnehmen. Wer zum ersten Mal auf deiner Website landet, sucht keine vollständige Liste. Sie sucht eine Antwort auf eine einzige Frage: Bin ich hier richtig? Wenn alles gleichzeitig spricht, hört sie diese Antwort nicht.
Die zwei Seiten deiner Botschaft
Bevor wir auf die einzelnen Ebenen schauen, hilft eine einfache Unterscheidung. Alles, was du über dein Business erzählen kannst, hat eine von zwei Blickrichtungen.
Die eine Seite ist deine Sicht: alles, was von dir erzählt. Wer du bist, was du kannst, wofür du stehst, was du anbietest.
Die andere Seite ist die Sicht deiner Kundin: was sie gerade beschäftigt und wohin sie möchte.
Die meisten von uns erzählen fast ausschließlich von der eigenen Seite. Das ist verständlich – es ist das, was wir am besten kennen. Aber die Kundin entscheidet von ihrer Seite aus.
Die 6 Ebenen im Überblick
Auf diesen zwei Seiten liegen sechs Ebenen. Damit es greifbar wird, zeige ich dir zu jeder Ebene, wie sie in meinem eigenen Business aussieht.
Aus Sicht deiner Kundin:
- Problem: Was beschäftigt sie gerade, warum sucht sie Hilfe? Bei mir zum Beispiel: „Ich bin unsicher, wie ich über mein Angebot sprechen soll.“
- Wunsch: Wohin möchte sie? Wie sieht ihr Leben aus, wenn sie es geschafft hat? Bei mir: Klarheit im Marketing, Botschaften, die stimmen, Freude daran – und vor allem Resonanz.
Aus deiner Sicht:
- Haltung: Wofür stehst du, welche Werte leiten dich, wie ist es, mit dir zu arbeiten? Bei mir: „Business aus deiner Urnatur“ – mit Ayurveda als Fundament meines Denkens.
- Geschichte: Woher kommst du, welche Erfahrungen haben dich geprägt, warum machst du heute genau das? Bei mir: Marketing begleitet mich seit dem Beginn meiner beruflichen Laufbahn, Ayurveda hat mein Leben verändert.
- Expertise: Was kannst du, welche Methoden und Ausbildungen bringst du mit?
- Angebot: Wie hilfst du ganz konkret, was gibt es bei dir? Bei mir: 1:1-Begleitung und Workshops.
Keine dieser Ebenen ist besser als die andere. Alle sechs gehören zu deiner Botschaft. Die Frage ist nur, welche wann nach vorne kommt.
Deine Kundin will kein Werkzeug auswählen
Die meisten beginnen mit einer ganz bestimmten Ebene: der Expertise. Man sieht es auf vielen Websites. Gleich oben eine Liste von Methoden und Werkzeugen, oft mit Fachbegriffen, die erst erklärt werden müssten. Und wer sie liest, fragt sich: Was ist das eigentlich? Und wie hilft mir das bei meinem Thema?
Stell dir vor, du gehst zu einer guten Therapeutin. Du erzählst, was dich beschäftigt. Und sie weiß, was zu tun ist. Sie entscheidet, welches Werkzeug zum Einsatz kommt.
Jetzt stell dir vor, sie würde dir stattdessen eine Liste reichen und fragen: Welche Methode hättest du denn gern? Du wärst vermutlich überfordert. Genau so geht es deinen potenziellen Kundinnen, wenn deine Methoden ganz vorne stehen.
Das heißt nicht, dass deine Werkzeuge verschwinden sollen. Sie sind wertvoll, und sie gehören zu dir. Aber sie haben in der Reihenfolge einen anderen Platz. Was deine Kundin zuerst spüren möchte, ist: Die kennt meine Themen. Die weiß Bescheid. Dieses Gefühl entsteht nicht durch eine Methodenliste, sondern dadurch, dass du über die richtigen Dinge zur richtigen Zeit sprichst.
Wie ich selbst sortiere: zwei Welten, eine Haltung
Ich kenne diese Frage auch aus meinem eigenen Business. Mein Podcast ist aus der Zeit entstanden, in der ich drei Jahre lang eine Ayurveda-Schule geführt habe. Heute arbeite ich wieder im Marketing – und habe Ayurveda mit an Bord. Zwei Welten, die ich verbinde.
Vielleicht bist du hier, weil du nach Marketingthemen gesucht hast. Vielleicht kommst du aus dem Ayurveda und interessierst dich für Marketing, weil du in diesem Bereich selbstständig bist. Für mich stellte sich deshalb genauso die Frage: Wann spreche ich worüber?
Was ich dabei entdeckt habe: Ayurveda ist für mich immer mehr zur Haltung geworden. Es ist nicht mehr das Werkzeug, das ich ganz nach vorne stelle – auch wenn es für manche ein großer Türöffner ist. Es ist im Zentrum meines Denkens und prägt, wie ich mein Business führe und mit meinen Kundinnen arbeite. Genau das steckt in „Business aus deiner Urnatur“. Auch ich durfte hier erst Klarheit gewinnen, auf welcher Ebene das zu Hause ist.
Selbst-Check: So kannst du starten
Damit du für dich ins Reflektieren kommst, nimm dir einen Text, den du bereits nach außen zeigst:
- deine Startseite
- deine Angebotsseite
- deinen letzten Beitrag oder Flyer
Geh Satz für Satz durch und ordne jeden Satz einer der sechs Ebenen zu. Problem, Wunsch, Haltung, Geschichte, Expertise oder Angebot.
Dann stell dir zwei Fragen:
- Welche Ebene kommt am häufigsten vor?
- Welche fehlt vielleicht ganz?
Für viele ist das Ergebnis aufschlussreich: viel Expertise, wenig Problem und Wunsch der Kundin. Das ist kein Fehler. Es ist ein wunderbarer Ausgangspunkt. Denn wenn du weißt, welche Ebenen du bespielst, kannst du bewusst entscheiden, was nach vorne gehört.
Wenn eine Kundin nur deine ersten drei Sätze liest – findet sie sich darin wieder?
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Ingrid Hilmer



