Tiefe Gespräche: Was wir einander schenken, wenn wir wirklich zuhören
Letzte Woche waren mein Partner und ich beide abends unterwegs. Er in einem Männerkreis, einer bewussten, achtsamen Runde. Ich in meinem Workshop „Marketing ohne Social Media“, mit einer ganz feinen Runde an Frauen.
Als wir am Abend wieder zusammenkamen, waren wir beide auf dieselbe Weise beseelt. Von diesem tiefen Austausch, der an beiden Orten stattgefunden hatte.
Genau darum geht es hier: um das, was wir einander schenken, wenn ein sicherer Raum da ist und echte Begegnung möglich wird. Warum erfüllen uns tiefe Gespräche so sehr? Und wie stärken sie uns, menschlich und auch als Unternehmerin, gerade wenn es um Sichtbarkeit geht?
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Inhalt
» Der Unterschied zwischen Kontakt und Begegnung
» Gesehen werden: ein uraltes Bedürfnis
» Mit dem Herzen zuhören
» Warum es so schwerfällt, sich zu zeigen
» Zwei Wege zugleich: Strategie und Wurzeln
» Dein Fragenkatalog für eine eigene Austauschrunde
» Gesehen werden – auch mit deinem Business
Der Unterschied zwischen Kontakt und Begegnung
Ein Video auf Instagram bringt dich kurz zum Lachen. Und dann sitzt du mit einem nahen Menschen zusammen und ihr lacht gemeinsam, von Herzen, über etwas, das wirklich zwischen euch entstanden ist. Beides ist Lachen. Aber nur eines berührt dich wirklich.
Oder du siehst ein Foto einer Frau mit ihrem neugeborenen Kind. Schön. Und dann stehst du ihr gegenüber und spürst diese Liebe im Raum, ganz unmittelbar.
So unterscheidet sich ein oberflächliches Gespräch von einem tiefen. Das eine streift uns. Das andere erreicht uns. Ein tiefes Gespräch braucht keine großen Themen. Es braucht Präsenz. Ein Gegenüber, das da ist, nicht schon beim nächsten Satz.
Gesehen werden: ein uraltes Bedürfnis
Gesehen und verstanden zu werden, ist eines der tiefsten menschlichen Bedürfnisse. Wenn wir uns als Außenseiterin fühlen oder beurteilt, trifft uns das an einer sehr alten Stelle. Zur Gruppe zu gehören, war einmal überlebenswichtig. Das sitzt uns bis heute in den Knochen.
Ein tiefes Gespräch öffnet einen Raum für Zuspruch. Ich habe selbst erlebt, wie wertvoll das ist. Es gab Zeiten, in denen ich nicht sicher war, ob ich den richtigen Weg gehe. Da gab es Frauen in meinem Leben, die mir gespiegelt haben, was sie in mir sehen. Sie haben mir einen Spiegel meines Potenzials hingehalten.
Was für ein Geschenk. Ich habe mir wieder die großen Stiefel angezogen und bin weitergegangen. Hinein in eine Wahrheit über mich, die ich in diesem Moment selbst nicht sehen konnte.
Genau das ist der Kern: Andere erkennen manchmal früher, was in uns angelegt ist. Nicht weil sie es besser wissen, sondern weil sie nicht in unseren Zweifeln stecken. Im Ayurveda würde man sagen: Ein solcher Raum ist sattvisch. Klar, ruhig, nährend. Und in so einem Raum wird sichtbar, was ohnehin schon da war.
Mit dem Herzen zuhören
Was braucht ein Gespräch, um in die Tiefe zu gehen? Zuallererst Sicherheit. Und ein Gegenüber, das wirklich zuhört. Nicht beurteilt. Keine Ratschläge gibt. Am schönsten ist es, wenn dieses Gegenüber Qualitäten im anderen wahrnehmen kann.
Dafür brauchst du kein therapeutisches Wissen und keine besonderen intellektuellen Fähigkeiten. Im Gegenteil. Wer im Kopf überlegt, wie er den anderen jetzt gut begleiten könnte, ist schon nicht mehr ganz da.
Es gibt ein einfaches Werkzeug: eine Frage stellen und sie vertiefen.
„Was wünschst du dir in dieser Situation?“
Dann kommt eine Antwort.
„Was wünschst du dir wirklich?“
Wieder eine Antwort.
„Was wünschst du dir in deinem tiefsten Wesenskern?“
Das funktioniert mit fast jeder Frage. Wichtig ist nur: Geduld. Neugier. Und den Raum offen halten, so lange, bis die Antwort von selbst kommt.
Warum es so schwerfällt, sich zu zeigen
Im Workshop wurde schnell spürbar: Viele Frauen bringen einen wunden Punkt mit, wenn es darum geht, sich zu zeigen. Als Unternehmerinnen sind wir aber darauf angewiesen, sichtbar zu sein. Sonst finden die Menschen, für die unser Angebot gedacht ist, nicht zu uns.
Woher kommt dieses Zögern?
Manchmal aus der Lebensphase. Wer gerade aus einer fordernden Zeit kommt, braucht zuerst wieder innere Stabilität. Denn wer sich zeigt, polarisiert. Die einen finden es gut, die anderen nicht. Je mehr wir bei uns sind, desto gelassener können wir damit umgehen.
Manchmal fehlt das innere Standing. Ganz pragmatisch: die Klarheit, wofür ich stehe. Was ich anbiete, mit wem ich arbeiten möchte und mit wem nicht. Diese Klarheit ist für mich die Basis jedes erfolgreichen Marketings. Und auf dem Weg dorthin deckst du etwas Wertvolles auf: deine eigenen Qualitäten. Deinen Wert.
Und manchmal sitzt es tiefer. Alte Muster, Glaubenssätze, Stimmen, die eigentlich gar nicht zu uns gehören. Wie diese Stimmen aus der Kindheit bis heute wirken, darüber habe ich in Folge 78 mit John Kurk zum Thema Shadow Work gesprochen.
Ein feines Signal dafür, dass das innere Standing noch wackelt: das Bedürfnis, sich zu rechtfertigen. Für den Preis. Für den nicht perfekten Auftritt. Dafür, dass man etwas zu lang oder zu kurz erklärt hat. Kennst du das?
Zwei Wege zugleich: Strategie und Wurzeln
Unsicherheit beim Sichtbarwerden muss dich nicht aufhalten. Du kannst Strategien finden, die zu dir passen. Wege, auf denen du dich nicht verbiegst und nicht ins Rudern kommst. Von dort aus wagst du dich Schritt für Schritt weiter vor, in ein größeres Territorium.
Gleichzeitig lohnt es sich, an den Wurzeln zu arbeiten. Denn dort liegt, was uns als Unternehmerin wirklich gut dastehen lässt. Beides zusammen ist kein Umweg. Es ist der Weg zu einem Business aus deiner Urnatur: außen tragfähig, weil es innen verankert ist.
Und einer der kraftvollsten Wege dorthin ist überraschend einfach: der Austausch mit Gleichgesinnten.
Dein Fragenkatalog für eine eigene Austauschrunde
Vielleicht möchtest du es selbst ausprobieren. Mit einer Freundin oder zwei Unternehmerinnen, die du schätzt. Hier ist der Teil aus meinem Workshop, der die Frauen am tiefsten berührt hat.
Zuerst beantwortet jede für sich:
Was machst du, und warum machst du das? Was ist dein Angebot? Wem hilfst du, und was haben die Menschen davon? Welche Botschaft möchtest du durch dein Wirken in die Welt geben?
Dann erzählt jede frei, etwa drei bis fünf Minuten.
Danach folgen drei Feedbackrunden:
Was ist bei mir angekommen? Wo habe ich leuchtende Augen gesehen, wo ist ein Funke übergesprungen?
Was ist mir noch unklar, wo bleiben Fragen offen? Das ist Gold für die Positionierung.
Welche Qualitäten erkenne ich in der anderen?
Gerade diese letzte Runde berührt oft am meisten. Da tauchen Qualitäten auf, die mit dem Angebot gar nichts zu tun haben. Weisheit. Kreativität. Wärme. Was in so einem liebevollen Spiegel sichtbar wird, trägt jede mit sich weiter.
Eigentlich könnte jedes Gespräch so sein. Oder?
Gesehen werden – auch mit deinem Business
Workshop „Marketing ohne Social Media“
Dienstag, 20. Oktober, 10 Uhr
Du suchst deinen eigenen Weg, sichtbar zu werden? Einen, der zu dir passt und nicht nach fremdem Drehbuch funktioniert?
In meinem Workshop erfährst du konkrete Wege, wie Menschen über Vertrauen und Beziehung zu dir finden. In einer kleinen, feinen Runde. Mit genau dem Austausch, von dem dieser Artikel erzählt: gesehen werden, gespiegelt werden, mit mehr Klarheit nach Hause gehen.
» Jetzt Platz sichern: www.feuerherdt.at/marketing-workshop-reichweite
Die Plätze sind bewusst begrenzt, damit echter Austausch möglich bleibt.







Lukas May
