Marketing ohne fremdes Drehbuch: Welche Strategie wirklich zu deiner Energie passt
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Es gibt diesen Moment, den fast jede Selbstständige kennt. Du hast dir vorgenommen, sichtbarer zu werden. Du hast den Plan vor dir: dreimal pro Woche posten, regelmäßig Reels drehen, eine Stunde am Tag auf LinkedIn kommentieren. Du fängst an. Und nach ein paar Wochen merkst du – du hast keine Lust mehr. Du willst eigentlich gar nichts mehr posten. Und fühlst dich deswegen schlecht. Die gute Nachricht ahnst du bestimmt schon….
Die Strategie, die für alle funktionieren soll, funktioniert für dich nicht. Nicht, weil mit dir etwas nicht stimmt – sondern weil sie nicht zu deiner Natur passt. Wir sind alle grundverschieden. Genau das lehrt uns der Ayurveda. Und genau deshalb darf auch dein Marketing aus dir heraus entstehen, statt einem Drehbuch zu folgen, das jemand anderes geschrieben hat.
Inhalt
» Es gibt keine Strategie für alle
» Die drei Säulen, die jedes Marketing trägt
» Zuerst der Rahmen, dann die Intuition
» Mut zur Kante: Warum du polarisieren darfst
» Wenn Druck und Angst zur Methode werden
» Marketing als Teil deiner Persönlichkeitsentwicklung
» Echtheit im Zeitalter der KI
Es gibt keine Strategie für alle
Wir haben den Fokus im Marketing so stark auf wenige Werkzeuge gelegt – Social Media, tägliches Posten, Reels –, dass wir fast blind geworden sind für alles andere. Dabei gibt es so viele Wege, sichtbar zu werden. Die eine blüht auf Instagram auf. Die andere hält Vorträge. Die dritte schreibt. Die vierte vernetzt sich am liebsten im persönlichen Gespräch.
Die entscheidende Frage ist nicht: Was muss ich tun? Sondern: Was liegt mir? Was macht mir Freude? Welche Kanäle passen zu meiner Energie – und welche laugen mich nur aus?
Dazu gehört auch eine ehrliche Selbsteinschätzung deiner Kontinuität. Denn ohne ein gewisses Maß an Regelmäßigkeit funktioniert kein Kanal. Wenn du also merkst, dass du eine Aktivität nicht durchhältst, lohnt der Blick dahinter: Wie ist meine Energie? Bin ich eher sprunghaft und tue mich schwer, den Fokus zu halten? Oder kann ich kontinuierlich an einer Sache dranbleiben, wenn sie mir entspricht? Marketing aus deiner Urnatur heraus heißt, deine eigene Energie als Unternehmerin nicht zu ignorieren, sondern sie für deine Entscheidungen zu berücksichtigen.
Die drei Säulen, die jedes Marketing trägt
So individuell der Weg ist – die Struktur dahinter ist für alle gleich. Gutes Marketing ruht auf drei Säulen, die du im Blick behalten darfst.
Die erste Säule ist die Reichweite. Du brauchst einen Kanal, über den laufend neue Menschen auf dich aufmerksam werden. Für mich ist das der Podcast – der Kanal, der mir am meisten Freude macht und auf den ich mich wirklich einlasse. Genau das ist der Punkt: Wenn du dich auf eine Sache wirklich einlässt, wird sie zum Reichweitenbringer.
Die zweite Säule ist die Beziehung. Die Menschen, die angedockt haben – die deinen Newsletter abonnieren, dir folgen, dich hören –, willst du nicht sich selbst überlassen. Du baust Verbindung auf. Du bleibst in Kontakt. Diese Aufbauarbeit braucht Zeit, und diese Zeit gehört fest ins Business eingeplant – on top zu dem, was du ohnehin mit deinen Kund:innen tust. Sie ist kein Extra, sondern Teil des Unternehmerin-Seins.
Die dritte Säule ist die Einladung. Zum richtigen Zeitpunkt lädst du in dein Angebot ein. Nicht aufdringlich, nicht mit Druck – sondern als natürlicher nächster Schritt für die Menschen, die sich mit dir verbunden haben.
Diese drei Säulen liegen uns unterschiedlich. Vielen fällt die Beziehungsarbeit leicht, während die erste Säule – überhaupt erst Reichweite aufzubauen – die größte Hürde ist. Sich das bewusst zu machen, ist schon der halbe Weg.
Zuerst der Rahmen, dann die Intuition
In der Branche rund um Gesundheit und Persönlichkeitsentwicklung hört man oft: Marketing sollte doch einfach authentisch sein, einfach aus mir herausfließen. Das stimmt – und es stimmt nicht. Denn intuitiv bewegen kannst du dich erst, wenn du eine stabile Basis hast.
Diese Basis besteht aus einigen klaren Bausteinen: Wer bin ich als Unternehmerin? Welche Qualitäten bringe ich mit? Welches Angebot habe ich? Wer sind meine Kund:innen, und welchen Nutzen haben sie von der Arbeit mit mir? Und ganz wesentlich: Welche Sprache sprechen die Menschen, die ich erreichen will? In welcher Erlebniswelt bewegen sie sich, welche Themen tragen sie im Kopf?
Dazu kommen deine Werte. Wie ist es, mit dir zu arbeiten? Wie denkst du über die Welt? Gerade heute sind gemeinsame Werte ungeheuer verbindend – sie schenken einen Vertrauensvorschuss. Denn Menschen docken nicht nur an dein Arbeitssetting an, sondern an dich.
Erst wenn dieser Sockel steht, kannst du dich frei darin bewegen. Es ist wie beim Yoga: Intuitiv unterrichten kannst du erst, wenn du die Techniken beherrschst – wenn du weißt, was wie wirkt. Dann kannst du als erfahrene Lehrerin in die Klasse gehen, die Energie der Menschen wahrnehmen und spontan darauf eingehen. Mit dem Marketing ist es genauso. Der Rahmen macht die Freiheit erst möglich.
Mut zur Kante: Warum du polarisieren darfst
Wir alle haben Aussagen und Seiten von uns, die wir lieber verstecken möchten. Die kantigen. Die, die nicht zu jedem passen. Und natürlich musst du nicht alles preisgeben.
Aber manchmal ist genau das Kantige das Hilfreichste. Denn die Menschen, die sich davon angezogen fühlen, für die bist du ein voller Match. Wer sichtbar wird, muss ohnehin damit rechnen: Du polarisierst. Die einen finden es toll, die anderen finden es nicht gut. Das gehört dazu. Es ist der Preis und zugleich das Geschenk der Sichtbarkeit.
Oft liegt das Problem gar nicht am Kanal, sondern an der inneren Klarheit – daran, dass wir uns nicht trauen, unsere eigene Wahrheit zu sprechen. Dann wird die Botschaft schwammig. Das passiert zum Beispiel aus dem Gefühl heraus, niemanden ausschließen zu dürfen. Damit verwässern wir unser Angebot – und ziehen am Ende Menschen an, mit denen die Zusammenarbeit nicht stimmig ist.
Klar zu sagen, was dein Angebot ist und was es nicht ist, schließt manche aus. Aber es führt die richtigen zu dir.
Wenn Druck und Angst zur Methode werden
Es gibt Marketingstrategien, die mit Druck arbeiten: „Nur heute“, „nur noch wenige Plätze“, fünf Verkaufsmails in kurzer Folge. Für manche Geschäftsmodelle, die stark über die Masse funktionieren, geht das auf – online, mit großen Gruppen, mit zeitlich limitierten Angeboten.
Aber für alle, die Gesundheit, Begleitung oder sehr persönliche Arbeit im Eins-zu-eins anbieten, ist das schlicht nicht stimmig. Stell dir vor, du sitzt mit jemandem im persönlichen Gespräch und sagst: „Du kannst mir bis heute 18:00 Uhr die Zusammenarbeit zusagen, dann bekommst du Rabatt.“ Das passt nicht. Das Menschliche schwingt im Marketing immer mit – und in einem nahen Setting wirken solche Methoden wie ein Fremdkörper.
Noch wichtiger ist die Energie dahinter. Wenn mit Angst gearbeitet wird, wenn Menschen ein Mangel eingeredet wird – „Du fühlst dich so und so, deshalb brauchst du das“ –, dann wirkt das nicht freudvoll-magnetisch, es hat eine andere Energie. Gerade in einer Branche, die aus einer Tradition kommt und das ethisch vertreten können muss, ist das die falsche Richtung. Wer mit Angst arbeitet, erzeugt mehr Stress im Körper – das Gegenteil von dem, wofür wir eigentlich stehen.
Natürlich darfst und sollst du den Schmerzpunkt deiner Menschen ansprechen, damit sie spüren: Ich bin gemeint, das ist mein Anliegen. Aber der Unterschied liegt im Geist dahinter. Arbeitest du mit dem Mangel – oder mit dem Potenzial? Zeigst du den Menschen, was ihnen fehlt, oder was in ihnen steckt? Du kannst Menschen abholen und ihnen zugleich den Druck nehmen: Es ist gut, so wie es gerade ist. Und du kannst den nächsten Schritt gehen.
Marketing als Teil deiner Persönlichkeitsentwicklung
Marketing ist nur ein Teil dessen, was über den Erfolg eines Unternehmens entscheidet. Der Kern ist immer die Person dahinter. Und genau deshalb ist Unternehmertum so eng mit der eigenen Entwicklung verwoben.
Sich zu zeigen, mit allen Facetten, die eigene Wahrheit zu sprechen – das berührt etwas Tieferes: das Selbstwertgefühl. Ich kenne das aus eigener Erfahrung. Es gab eine Zeit, in der es für mich undenkbar war, einen Podcast zu haben oder Vorträge zu halten. In kleinen Gruppen, wenn sich plötzlich alle Blicke auf mich richteten und auf eine Antwort warteten, lief ich rot an und konnte kaum sprechen. Mich auszudrücken war für mich sehr schwierig.
Das eigene Business hat mich dann aus der Not heraus weitergebracht. Ich musste anfangen zu erzählen – und habe entdeckt, dass für mich Geschichten aus dem eigenen Leben gut funktionieren. Andere vermitteln lieber Theorie. Es gibt nicht den einen richtigen Weg, sondern den, der zu dir passt.
Wenn du merkst, dass du dich beim Sprechen über dein Angebot noch nicht zu Hause fühlst, ist das kein Hindernis – es ist eine Einladung, hinzuschauen. Denn diese Blockaden zeigen sich ohnehin im Marketing. Sie dort zu lösen, heißt, als Mensch zu wachsen.
Echtheit im Zeitalter der KI
Die Marketinglandschaft hat sich verändert – nicht zuletzt durch KI. Und gerade deshalb zählt das Echte heute mehr denn je. Wir wollen spüren, mit wem wir es zu tun haben. Wer ist der Mensch dahinter? Methoden, die früher vielleicht in Ordnung waren – marktschreierisch, mit großen Versprechungen –, tragen heute nicht mehr. Menschlichkeit ist das A und O.
KI ist dabei ein wunderbares Werkzeug. Sie nimmt dir Arbeit ab – bei Shownotes, Kapitelmarken, ersten Entwürfen. Aber die Texte, die dir wirklich wichtig sind, schreibst du besser selbst. Sie tragen einen anderen Spirit. Deine Energie ist darin spürbar – und das merkt man. Ein generierter Text klingt anders, oft erkennt man ihn auf den ersten Blick.
Gleichzeitig lohnt sich Gelassenheit. Du musst nicht jeden Text mit dem Anspruch absoluter Perfektion behandeln. Denn Perfektionismus ist im Marketing oft die eigentliche Bremse – er hält uns davon ab, überhaupt rauszugehen. Und er schafft Distanz: Was zu gemacht aussieht, hält Menschen auf Abstand. Natürlichkeit dagegen verbindet.
Das heißt nicht, dass du dich ungeschminkt zeigen musst. Es heißt: Zeig dich so, wie du dich wohlfühlst, in dem Setting, das zu dir passt. Hinter dem Perfektionismus steckt häufig eine Unsicherheit – und der Wunsch, sich nur in einem bestimmten Licht zu zeigen. Dabei sind es gerade die vielen Facetten, die dich erlebbar machen.
Du möchtest dein Marketing aus deiner Urnatur heraus aufbauen?
Genau hier setzt meine Arbeit an. Ich begleite Einzelunternehmer:innen eins zu eins dabei, sichtbar zu werden – in einer Form, die zu ihnen passt. Wir klären gemeinsam, wer du als Unternehmerin bist, wie du authentisch über dein Angebot sprechen kannst und welche Strategien wirklich zu deiner Energie passen. Am Ende hältst du etwas Stabiles in der Hand: Klarheit über deine Positionierung und Dokumente, mit denen du eigenständig weiterarbeiten kannst.
Hier findets du mehr über meine Begleitung – und ein Workbook für den ersten Schritt.
Dieser Artikel ist aus meinem Gespräch im Podcast Make Yoga your Lifestyle von Lea Le Mang entstanden. Lea begleitet Frauen dabei, Yoga nicht nur zu praktizieren, sondern als innere Haltung zu leben. Gerade entsteht ihr neues Projekt, das Dharma Haus – ein Online-Raum für vedische Weisheit, direkt von Lehrer:innen, die dieses Wissen wirklich leben. Schau bei ihr vorbei: lealemang.de und auf der Warteliste zum Dharma Haus.





Ingrid Hilmer


