Ayurveda im Unternehmeralltag

Du in deiner besten Energie – Ayurveda für den Unternehmer-Alltag

🎧  Hier die Podcast Episode zum Artikel hören: Spotify · Apple Podcasts · YouTube

Denk an zwei Unternehmerinnen – beide probieren denselben durchgetakteten Wochenrhythmus aus. Die eine blüht auf – die enge Taktung gibt ihr Schwung. Die andere zieht sich zusammen, wird unruhig, sucht nach Luft. Beide machen alles „richtig“. Und trotzdem fühlt es sich für die eine nach Erfolg an, für die andere nach Stress.

Genau hier beginnt das Missverständnis, dem die meisten von uns immer wieder aufsitzen: dass es die eine richtige Routine gibt. Ein System, eine App, eine Methode, die – einmal übernommen – automatisch für Energie und Ordnung sorgt. Dabei ist die richtige Routine die, die zu deiner Natur passt.

Inhalt

» Warum fremde Systeme oft nicht passen
» Die drei Doshas als Kompass
» Fehler des Intellekts – wenn du gegen dich selbst handelst
» Ankerpunkte, die zu deinem Typ passen
» Übergänge und Journaling: der unterschätzte Faktor
» Deine Urnatur ist nie starr 

Warum fremde Systeme oft nicht passen

Die Pomodoro-Technik. Die Organisations-App. Das Kalender-Tool, das den nächsten Fokus-Block schon automatisch bucht. Im Business und im Marketing gibt es unzählige Systeme, die Optimierung versprechen. Wir übernehmen sie in der Hoffnung, dass endlich alles leichter wird.

Und dann? Kommt meistens nur noch mehr dazu. Ein weiteres Tool, eine weitere Regel, ein weiterer Versuch, uns selbst zu organisieren – gegen unsere eigene Energie. Das Problem liegt nicht in den Systemen selbst. Es liegt darin, dass sie für einen imaginären Durchschnittsmenschen gemacht sind, den es nicht gibt.

Die drei Doshas als Kompass

Der Ayurveda schenkt uns dafür ein anderes Werkzeug: das Konzept der Doshas. Vata steht für das Prinzip der Bewegung, Pitta für das Prinzip der Transformation, Kapha für das Prinzip der Stabilität. Jede von uns trägt alle drei in sich – nur in unterschiedlicher Gewichtung. Und genau diese Gewichtung entscheidet, was uns gut tut und was uns auslaugt.

Das ist der Grund, warum ein starres System niemals für alle passen kann. Die eine Frau aus unserem Beispiel braucht die enge Taktung als Anschub. Die andere braucht Freiräume, um überhaupt in Bewegung zu kommen. Beides ist richtig – nur eben nicht für dieselbe Person.

Fehler des Intellekts – wenn du gegen dich selbst handelst

Im Ayurveda gibt es ein Prinzip, das sinngemäß „Fehler des Intellekts“ heißt. Gemeint ist: Wir handeln bewusst gegen unsere eigene Natur. Wir gehen nicht auf die Toilette, obwohl wir müssten. Wir essen nicht, wenn wir Hunger haben – oder essen weiter, obwohl wir längst satt sind. Wir gehen nicht schlafen, obwohl wir spüren, dass wir hundemüde sind.

Diese kleinen Entscheidungen wirken einzeln harmlos. Aber wenn sie sich über Wochen, Monate, Jahre wiederholen, werden sie zur Ursache dafür, dass der Körper irgendwann lauter wird – mit einer Unverträglichkeit, die vorher nicht da war, oder mit Energie, die einfach nicht mehr da ist. Das Gegenmittel ist unspektakulär: jeden Tag gute Entscheidungen treffen und Routinen einbauen, die zur Gewohnheit werden. Denn Gewohnheiten sind stärker als jede kurze Motivation, die schnell wieder verpufft.

Ankerpunkte, die zu deinem Typ passen

Manche Dinge tun grundsätzlich jedem gut, unabhängig von der eigenen Konstitution: feste Ankerpunkte im Tag. Eine Morgenroutine. Eine fixe Zeit fürs Mittagessen. Ein Fenster für Pause. Eine gute Abendroutine. Die Frage ist nicht, ob du solche Ankerpunkte brauchst – sondern wie du sie lebst.

Bist du eher der lebhafte, bewegte Vata-Typ, geben dir feste Ankerpunkte Halt und Erdung, ohne dass du dich eingeengt fühlst – deine Freiräume dazwischen bleiben trotzdem wichtig. Bringst du viel Feuer und Zielorientierung mit, also eher Pitta, brauchst du feste Punkte, an denen du bewusst pausierst, statt einfach im Aktivitätsmodus weiterzulaufen. Trägst du viel Stabilität in dir, also eher Kapha, geben dir dieselben Ankerpunkte eher Bewegung und klare Startimpulse. Die Methode ist dieselbe. Die Betonung verschiebt sich – je nachdem, wer du bist.

Übergänge und Journaling: der unterschätzte Faktor

Ein Faktor, der im Unternehmeralltag oft übersehen wird, sind Übergänge: von einem Projekt ins nächste, von einem Meeting ins andere, von der Arbeit zurück in die Familie. Wenn wir diese Übergänge bewusst gestalten – kurz innehalten, nachspüren, wie es uns gerade geht –, schließen wir Dinge gut ab. Wir werden achtsamer dafür, was ein Projekt in uns ausgelöst hat, was gut lief und was nicht. Genau diese kleinen Ahamomente sind es, die uns langfristig weiser und klarer machen. Übersehen wir sie, geht wertvolles Lernen einfach verloren.

Ein einfaches Werkzeug dafür ist Journaling. Wer aufschreibt, welche Entscheidungen er täglich trifft und was daraus entstanden ist, erkennt Muster, die sonst unsichtbar bleiben – und merkt im Rückblick, wie viel sich tatsächlich verändert, obwohl sich im Moment alles statisch anfühlt.

Deine Urnatur ist nie starr

Neben der Grundkonstitution spielen weitere Faktoren mit hinein: Lebensumstände wie kleine Kinder oder eine Umbruchphase bringen mehr Vata ins Spiel, als eigentlich in deiner Natur angelegt ist. Der weibliche Zyklus verschiebt Energie und Ausstrahlung, subtil und doch spürbar. Und alte Muster aus der eigenen Geschichte werden gerade im Marketing oft besonders deutlich – dort, wo wir sichtbar werden, wird auch das, was uns verletzlich macht, angreifbar.

Das ist keine Schwäche. Es ist Information. Wer diese Muster kennt, findet Wege, sich beim Sichtbarwerden trotzdem sicher zu fühlen – statt sich bei jeder Marketingmaßnahme innerlich zu verausgaben.

Was fühlt sich bei dir schon länger unrund an – und wo gehst du bisher einfach drüber, ohne hinzuschauen?

 


Hol dir den Selbsttest für Unternehmer:innen

Ursula Feuerherdt

Wenn du wissen willst, welche Routinen wirklich zu deiner Urnatur passen, ist mein Selbsttest ein guter erster Schritt: www.feuerherdt.at/selbsttest. Und wenn du merkst, dass du dabei Begleitung möchtest, um dein Business noch bewusster aus deiner eigenen Natur heraus zu gestalten, begleite ich dich gerne dabei.

Melde dich bei mir, wenn jetzt der Moment für dich ist genauer hinzuschauen. Such dir hier einen Termin für ein unverbindliches Kennenlerngespräch.